Veranstalterin Josepha Conrad im Interview: „Ich wäre gern an mehreren Orten gleichzeitig gewesen.“

1. Wie hat sich das Festival entwickelt – von der ersten Idee bis zur Umsetzung? / Wie kam es zu KOOK.MONO?

Daniela hatte mich gefragt, ob ich Interesse hätte bei einem Festival für performative Formen des lyrischen Textes mitzumachen. Also eine Idee gab es schon als ich dazu kam. Wir haben das dann ausgearbeitet mit Peter Dietze und Martina Hefter. Richtig konkret wurde es natürlich erst als wir die Förderung vom HKF bekommen haben. Der Name KOOK.MONO bezieht sich auf den Monolog, das Solo, den Alleingang, Mono nicht Stereo — und KOOK, natürlich die Anbindung an den Verlag und den Verein.

2. Was unterscheidet KOOK.MONO von anderen Literatur-Festivals?

Zum einen der performative Schwerpunkt in der Lyrik und zum anderen, dass alle Eingeladenen einen Text/Performance/Stück speziell für das Festival konzipiert und erarbeitet haben.

3. Was war die größte Herausforderung bei KOOK.MONO?

Für mich war die größte Herausforderung die Tage des Festivals, wo Aufbau und Generalproben an unterschiedlichen Orten stattgefunden haben und ich gerne an mehreren Orten gleichzeitig gewesen wäre. Da ich vor Allem am Prozess interessiert bin, war dies besonders schwierig zu akzeptieren.

4. Und was das größte Glück?

Mit so vielen tollen Leuten zusammen zu arbeiten. Zu sehen wie Ideen sich entwickelt haben und wie sie dann auf der Bühne elektrisch leuchteten oder durch die Lettrétage, das Dock11 oder das Ausland tönten. Es hat mir auch besonders Freude gemacht, dass da eine so große Interesse an den Veranstaltungen war und das wir ein aufmerksames Publikum für die Abende gewinnen konnten.

5. Was war für dich als Veranstalterin am Interessantesten?

Wie unterschiedlich die Ansetzte und Arbeiten der Autor*innen waren. Jeder Abend hatte eine ganz eigene Stimmung. Jeder Ort hat auch auf seine Weise die Performances bestimmt. Was im Ausland stattgefunden hat, hätte ganz anders im Dock11 oder in der Lettrétage gewirkt. Auch die technischen Möglichkeiten oder Einschränkungen haben mich sehr interessiert. Was die Autor*innen damit gemacht haben. Wie, zum Beispiel Martina Hefter, Michael Fehr und Tabea Xenia Magyar die volle Bühne und die Lichtmöglichkeiten des Dock 11 ausgenutzt haben und Mara Genschel den Bühnenraum als eine Art Erinnerung stehen gelassen hat und sich zum Publikum gesellt hat. Bei allen 12 Stücken hatte ich das Gefühl, dass sie was komplett anderes gewesen wären in einer anderen Räumlichkeit.

 

Josepha Conrad war Teil der Künstlerischen Leitung beim KOOK.MONO-Festival.