Martina Hefter, Senthuran Varatharajah und Josepha Conrad auf dem Merkur-Blog

Für den Merkur-Blog haben sich Martina Hefter, Senthuran Varatharajah und Josepha Conrad Gedanken über Pflichten zwischen der Performance, den Anfang des Schreibens und die Stimme gemacht. Die Texte sind unter folgenden Links nachzulesen:

„Ich bin 53, eine Frau, Künstlerin, und habe zwei schwer kranke Familienangehörige, um die ich mich kümmere. Ich habe manchmal das Gefühl, ich stehe damit ganz allein da. Zum Beispiel würde ich gern mal andere Autorinnen und Performancekünstlerinnen kennen lernen, die auch so einen Mann daheim haben, und vielleicht auch noch so eine Schwiegermutter. Ich treffe nie welche. Wo seid ihr? Das kann doch nicht sein, dass ich die Einzige bin? Und ihr anderen alle, seht ihr mich? Habt ihr schon mal was von mir gehört in meiner Waldhütte?“ – Martina Hefter: Was mir während der Arbeit an „Es könnte auch schön werden“ für KOOK.MONO schrift spricht einfiel“

 

„Ich schreibe diesen Text statt den anderen, den Roman zu schreiben. Statt – wenn Hegel sagt, der Weg des Geistes sei der Umweg: könnte er das, zumindest so etwas gemeint, auch gemeint haben? Wir schreiben auf Abwegen, auf Umwegen, auf keinem Weg. Es gibt keinen Satz, den wir vollständig sagen könnten. Wir kommen nicht zur Sprache. Ich komme nicht zum Punkt.“ – Senthuran Varatharajah: Etc. (Warten; Notizen zur leeren Hand)

 

„Go to a room with your text and/or action. Practice that action at different volumes, using different postures. Take on the body of a giant and practice. Take on the voice of an ancestor and practice. Experiment with making sounds. Make ghostly sounds to gently get your vocal cords going. Airplane sounds to add some high frequencies to your voice. Yawn to open up the back of your throat. Read your text yawning. Read your text with your thumb between your teeth. See how much of the space you can inhabit with a word or sound. Crawl all over the floor and talk to the floorboards. If you are going to perform in an amplified situation, make time for a sound check. Hang out with a microphone and figure out how it responds to your words and translates those sounds. Try out words with lots of p’s and “ssss” sounds. Most of all, find out what you want to focus on in order to prepare yourself for a performance situation. Set an intention for a reading.“ – Josepha Conrad: Out loud