„Es ist ja keine Zirkusnummer, wo man vom Trapez runterfallen kann.“

Martina Hefter über ihr Stück „Es könnte auch schön werden“

Wie bist du zu deinem Stück gekommen?

Mir war schon im Schreibprozess klar, dass es wirklich von mir selbst umgesetzt werden muss. Gesprochen oder irgendwie eingerichtet oder inszeniert. Als es jetzt konkret an die Proben ging, hab ich aber doch gemerkt, dass ich den Text nochmal ändern muss. Dass man diese Vorlage nicht einfach so hernehmen konnte, dass man da nochmal radikal kürzen musste, zum Beispiel, war eine interessante Erfahrung.

War das die größte Herausforderung für dich?

Ja, das war eine Herausforderung. Das Stück sollte ja nur 30 Minuten lang sein. Dafür hab ich jetzt zum Beispiel fast alle Tanzteile rausgenommen. Ich wollte mich eigentlich gerne ausbreiten, aber das kann ich ja immer noch machen, später.

Und was ist das spannendste für dich?

Spannend ist es irgendwie für mich immer, gerade die Sachen die mehr in die performative Richtung gehen. Und auch die Zusammenarbeit mit den Objekten in meinem Stück ist mit einer leisen Aufregung verbunden – ob das dann auch klappt. Aber eigentlich kann auch nichts schief gehen, es ist ja keine Zirkusnummer, wo man vom Trapez runterfallen kann oder so, aber natürlich habe ich trotzdem eine Vorstellung, wie es sein sollte. Vor allem weil Menschen, die performative Arbeiten von mir kennen, diese Art von Arbeit noch nicht von mir gesehen haben. Die werden vielleicht auch ein bisschen überrascht sein – darauf freu ich mich.

Du hast gerade schon angedeutet, dass du fast alle Tanzszenen rausgenommen hast. Wirst du in diesem Stück trotzdem tanzen?

Ganz minimal. Ich mache ein paar gestische Bewegungen, so ganz leicht angedeutete Ballettposen, während ich spreche. Dann habe ich eine ganz kurze, ein bisschen folkloristisch angehauchte Tanzszene und es gab eine längere, die ich aber rausgenommen habe. Es hatte von Anfang an keinen Tanzschwerpunkt, weil ich viel spreche und dann möchte ich gar nicht so viel tanzen.

Also setzt du schon auch einen Schwerpunkt?

Ja, der Schwerpunkt ist definitiv auf dem Sprechen, auf dem Agieren, aber richtiger Tanz das geht nicht.

Ist Tanzen auch eine Form von Sprache für dich?

Ja, doch auf gewisse Weise schon. Ballett, heißt es ja immer, ist ja auch wie ein Sprachsystem. Das hat auch festgelegte Bewegungsmodule, oder einzelne Teile, die man immer wieder neu zusammensetzt, wie Wörter. In diesem Sinne weicht das – auch wenn man es nicht vergleichen kann – nicht so sehr von der Sprache ab. Es gibt Berührungspunkte.