Daniel Falb: „Ich sehe das Gedicht als eine Art ‚Universelle Turingmaschine‘.“

In Vorbereitung auf KOOK.MONO habe ich allen 12 Autor*innen dieselben vier Fragen gestellt. Das sind Daniel Falbs Antworten:

1. Wie kommst Du mit den Proben voran? An welchem Punkt des Probenprozesses stehst Du gerade?

In meinem Fall gibt es keinen „Probenprozess“, und das Produkt kein „Stück“. Denn alle relevante „Performanz“ findet in einem Gedicht statt – während die Performanz meines eigenen Körpers in einem raumzeitlichen Hier und Jetzt für mich literarisch immer immer völlig unbedeutend sein wird –, an dem ich noch schreibe und das erst ganz kurz vor der Präsentation fertig sein wird. Viel der konzeptuellen „groundwork“ ist getan, bis jetzt steht aber erst der Rohbau. Es wird eine krasse Woche.

2. Welche Chancen siehst Du im performativen Format im Bezug auf Deine eigene künstlerische Arbeit?

Ich sehe das Gedicht als eine Art „Universelle Turingmaschine“, als ein Medium, in das ich alle anderen Medien und Objekte übersetzen will. Insofern besteht die Chance dieses Projekts für mich einfach darin, einen Text zu schreiben, der die performativen Bezüge und Dissozationen von Stimme und Schrift in sich performativ verhandelt.

3. Welchen Stellenwert hat das Sprechen in Deinem Stück? Und welchen die Schrift und das Szenische? Gibt es einen Schwerpunkt?

Das Sprechen und all sein präsenzmetaphysischer Ballast hat keinen speziellen Stellenwert in meiner Arbeit für KOOK.MONO. Es wird etwas minimales Szenisches geben in der Präsentation – in Form eines Screens, auf dem ein minimalistisches Diagramm herumspringt. Ansonsten wird es „artist talk“ inklusive Lesung.

4. Was würdest Du Deinem Publikum gerne mitgeben?

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Saatguttresoren, Samenbanken, Ötzi und Lyrikline.org, der ebenso traumatisch wie poetisch ist und erst ab 24.09.2018 besteht.